21. März 2019 | Die Digitalisierung im Gesundheitswesen

Presseinformation | Senat der Wirtschaft

Gesundheit neu gedacht – Das Austrian Health Forum

Wien: Erstmals wird es in Österreich einen interaktiven Netzwerkgipfel zum Thema „Digitalisierung im Gesundheitsbereich“ geben. Von 13. bis 15. Juni 2019 werden beim Austrian Health Forum, am Krallerhof in Leogang, Themen wie Artificial Intelligence, Internet of Things, Cloud Computing, Data Analytics und Managed Care bis hin zu Health Promotion Solutions im Mittelpunkt stehen.

„Mit diesem Forum kreieren wir eine völlig neue Version eines Gesundheitsgipfels, die die Zukunft miteinbezieht“, deponiert Mag. Christoph Hörhan, Geschäftsführer der Federkraft Consulting Group und Initiator des Austrian Health Forums, das in Kooperation mit dem Senat der Wirtschaft veranstaltet wird. Nicht Frontalvorträge, wie sie bei aktuellen Gesundheitsveranstaltungen üblich sind, stehen beim Austrian Health Forum im Zentrum, da sie zumeist keine gesundheitspolitische Weiterentwickelung zur Folge haben. Stattdessen hat man sich die höchst erfolgreiche „AmericaSpeaks“-Initiative zum Vorbild genommen, und eine neue digital unterstützte Diskussionsform für Workshops kreiert, die es einer großen Anzahl an Menschen ermöglicht, gemeinsam nach Lösungs-Szenarien für ein modernes Gesundheitswesen zu suchen. Innovative Querdenker und etablierte Systemkenner sollen praxis- und ergebnisorientiert Möglichkeiten erarbeiten, die das Denken und Handeln in neue Bahnen führen. „Es gibt eine Reihe von Best-Practice-Beispielen, die aber oftmals im Verborgenen sehr erfolgreich sind. Diese wollen wir in die Debatten einbringen und so das Austrian Health Forum, durch die erarbeiteten Ergebnisse, vom Think-Tank zum Do-Tank für ein modernes zukunftsorientiertes Gesundheitswesen in Österreich etablieren“, erklärt Hans Harrer, Vorstandsvorsitzender des Senat der Wirtschaft. Das Austrian Health Forum soll jährlich stattfinden.

Auch im Gesundheitsbereich müsse man endlich vom „Denken“ in’s „Tun“ übergehen, sind die Initiatoren überzeugt, die sich als Changemaker sehen und mit moderierten Workshops und Live-Simulationen neue Lösungsansätze und Anwendungsbeispiele erarbeiten wollen. Die Teilnahme visionärer Persönlichkeiten aus der ganzen Welt, wie Jos de Blok, Gründer von Buurtzorg, der erfolgreichsten Pflegeorganisation Europas, Philosophie und Autor Dr. David Bosshart, CEO des Gottlieb Duttweiler Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft, Dr. Antonelle Mei-Pochtler, Leiterin der Strategieabteilung im Bundekanzleramts, Bundesministerin Margarethe Schramböck, Ärztekammer-Präsident Dr. Thomas Szekeres, Dr. Lukas Zinnagl, CEO von Diagnosia, u.va.m, verspricht die digitale Zukunft im Gesundheitswesen erfolgreich voranzubringen.

 

Anmeldung über: www.austrianhealthforum.at

 

Hans Harrer (Vorstandsvorsitzender, SENAT DER WIRTSCHAFT)

 

Mag. Christoph Hörhan (Geschäftsführer, Federkraft Consulting Group)

 

 

Rückfragehinweis:

  • Mag. Karin Keglevich-Lauringer
  • Special Public Affairs GmbH
  • Tel: 01-5322545-10 oder 0664 3380834
  • Email: keglevich@spa.co.at

 

>> PRESSEARTIKEL ZUM DOWNLOAD

 

26. Februar 2019 | Die digitale Welt wird uns verändern

Presseinformation | Senat der Wirtschaft

Die digitale Welt wird uns verändern

Wien:

„Wir müssen unsere Chancen nützen und die digitale Welt begreifen, wie sie ist – dann können wir uns auch das WIE überlegen. Aber wer in Zukunft nicht digital ist, wird nicht präsent sein“, das ist vor allem für Unternehmen Realität“, erklärt Karl-Heinz Land, Bestsellerautor und Experte für die Digitale Transformation, im Rahmen einer Veranstaltung des Senats der Wirtschaft in den Räumlichkeiten der BDO Austria in Wien. Dass es die analoge neben der digitalen Welt weiter geben wird, beruhigte die mehr als 150 Zuhörer, allerdings werden diese beiden Welten in Zukunft verschmelzen, denn alles was sich digitalisieren lässt wird in Datensätze verwandelt, alles was vernetzt werden kann wird vernetzt werden. Land ist überzeugt, dass man auf eine arbeitsfreie Welt, mit einem Grundeinkommen für alle, zusteuert. Vorrangig wird es, seiner Theorie nach, fast ausschließlich shared-economy geben und zu einer Dematerialisierung kommen, wodurch sich die ganze Wertschöpfungskette verändern wird. In 2030 sieht er eine durchschnittliche maximale Arbeitszeit von 20-30 Stunden und auch das solle sich noch reduzieren. Er warnte zudem, dass sich die soziale Instabilität noch vertiefen werde und sieht in gar nicht so ferner Zukunft mehrere 100 Millionen Menschen, auf der Suche nach sauberer Luft und sauberem Wasser, auf dem Weg nach Europa. Ursache dieser Transformationen sei der rapide technische Fortschritt. Verliefen Entwicklungen früher in einem 50-100 Jahreszyklus, so gehen Veränderungen heute oft innerhalb weniger Jahre vonstatten, dem kann auch die Politik kaum folgen. Das Publikum hatte nach diesen Aussagen einiges zu verdauen. Doch Dr. Erhard Busek, Präsident des Senats, brachte Realität in die Diskussion: „Diese Zukunftsszenarien werden eloquent und als berechenbare Logik präsentiert, aber es wird nicht erklärt wie denn das so vor sich gehen soll.“ Man habe schon viele Zukunftsvisionen gehört, die schön oder beängstigend waren, aber nicht eingetroffen sind, weil Menschen eben doch nicht immer so berechenbar sind.

MMag. Paul Fattinger und MMag. Dr. Jörg Schönbacher, Partner der BDO Austria, deponierten, dass man den Wandel des Ökosystems erkennen und verstehen muss. Und dass das Investieren in Daten in Zukunft immer wichtiger wird, um richtige Entscheidungen treffen zu können. Denn nicht alles ist dem Untergang geweiht. Gerade Nachhaltigkeit wird zunehmend wichtiger und den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen, ein wichtiges Unternehmenstool.

Im Rahmen einer Generationen-Diskussion kamen neben Erhard Busek auch Dr. Maria Marlene Dietrich, COO CMB industries, Dr. Andreas Bierwirth, CEO T-Mobil Austria, und Mag. Chris Müller, Geschäftsführer der Tabakfabrik Linz zu Wort. Auch ihnen gelang es die Anwesenden etwas zu beruhigen, wobei alle die Notwendigkeit sahen, dass dabei die Menschlichkeit nicht auf der Strecke bleiben darf, denn der Mensch wächst nicht in der Geschwindigkeit mit, wie sie die Technologie vorgibt.

Digitalisierung, so unisono, könne positiv sein, aber man muss wissen wie und dabei alle Gesellschaftsschichten mitnehmen.

Hans Harrer, Vorstandsvorsitzender des Senats der Wirtschaft, mahnte ein, dass man die Chancen der Digitalisierung nützen und die Transformation als Chance erkennen muss, um das Spannungsfeld der Veränderung zu bewältigen. Dazu wird es aber auch der Politik bedürfen, die die nötigen Rahmenbedingungen schaffen muss.

Der Senat hat bereits Vorkehrungen getroffen und diverse Tools, wie z.B. das Digitalisierungs -Tool eingerichtet, um so Unternehmer und Unternehmerin direkt mit jenen Experten zu verbinden, die ihnen auf dem Weg der Digitalisierung wertvollen Input liefern können. Im Anschluss an die Veranstaltung konnte mit diesen Experten bereits Kontakt aufgenommen werden.

Gesichtet wurden u.a.:

  • Dr. Silvia Wustinger-Renezeder, Geschäftsf. Ges. 6B47 Real Estate Investors AG
  • Dipl.-Ing. Dr. Stefan Haas, Vorstandsvorsitzender TÜV Austria Holding AG
  • Mag. Natalia Corrales-Diez, GF TAUROS Capital Management GmbH
  • Dr. Franz Radatz,  Radatz Feine Wiener Fleischwaren GmbH
  • Mag. Waltraud Martius, GF Syncon Consulting GmbH
  • KR Alfred Schneckenreither, GF Internationale Spedition Schneckenreither G.m.b.H.
  • Florian Wille, General Manager Kempinski Hotel Vienna Management GmbH
  • KR Mag. Andreas Zakostelsky, Vorstandsvorsitzender VBV – Vorsorgekasse AG

 

v.l.n.r.: Dr. Erhard Busek, Dr. Maria Marlene Dietrich, Mag. Chris Müller, Dr. Andreas Bierwirth

 

Karl-Heinz Land

 

v.l.n.r.: Mag. Chris Müller, Dr. Andreas Bierwirth

 

 

Fotograf: Claudio Farkasch

Rückfragehinweis:

  • Mag. Karin Keglevich-Lauringer
  • Special Public Affairs GmbH
  • Tel: 01-5322545-10 oder 0664 3380834
  • Email: keglevich@spa.co.at

 

>> PRESSEAUSSENDUNG ZUM DOWNLOAD

 

25. Februar 2019 | Gerechtigkeit – das politisch missbrauchte Wort

Gastkommentar: Hans Harrer, Vorstandsvorsitzender des Senat der Wirtschaft

Allzu gerne werden die Wörter ‚gerecht‘ oder ‚Gerechtigkeit‘ von VertreterInnen der Politik, von NGOs, Gewerkschaften etc. in den Mund genommen und damit versucht, mögliche Debatten vorzeitig zu unterbinden. Gerechtigkeit ist ein immaterielles Ziel, das aber zumeist mit materiellen Mitteln verbunden ist. Denn wer nach Gerechtigkeit ruft, will im Allgemeinen mehr für jemanden und weniger für andere. Das heißt, diejenigen, die Steuern zahlen, müssen mehr davon entrichten, da der Staat, wie es so schön heißt, keinen Bankomat hat, wo er Geld automatisch abheben kann. Um es ausgeben zu können, muss er es zuerst jemanden wegnehmen – ist das gerecht? Sollte der Staat sich nicht darauf verstehen, dass der Mensch ein Individuum ist, das für sich selbst einstehen kann, seine Selbstbestimmung also hervorheben und nicht für alle Lebenslagen ein Füllhorn an Zuschüssen, Subventionen, etc. parat haben, um nur ja „Einfluss“ auf das Leben des Individuums zu nehmen und ihn so zu einem abhängigen Leistungsempfänger, anstatt einem solidarischen Leistungserbringer zu machen? Wird der Mensch nicht oft durch diese Einflussnahme in seiner Entscheidungsmöglichkeit soweit eingeschränkt, dass er sprichwörtlich nur nach Brot und Spielen verlangt und alles andere ihm unwichtig wird? Schon Aldous Huxley warnte davor, dass Demokratien durch allzu viele Regeln zu einem Abbild ihrer selbst werden, jedoch zu einem Gefängnis ohne Mauern, in dem Menschen leben, ohne den Wunsch zu hegen, ausbrechen zu wollen, so lange ihnen nur Konsum und Unterhaltung garantiert sind. Muss „Gerechtigkeit“ aber nicht dort aufhören, wo das Individuum zu sehr eingeschränkt wird? Es wäre also angebracht, dass die Politik Zuschüsse, Subventionen etc. überdenkt und dieses milliardenschwere Füllhorn in Balance bringt. Eingegriffen sollte nur dort werden, wo alle profitieren, bei Wirtschaft und Umweltanliegen, oder aber den Schwächsten unter die Arme gegriffen werden kann, also im Sozialbereich. Um das auch erfüllen zu können, müsste sich die Politik aber auch aufraffen, ehrlich zu sein und bei Statistiken z.B. nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen, nur um zum gewollten Ergebnis zu kommen. Denn damit ist es dann leicht mit der Gerechtigkeit zu argumentieren.

Von 1995 bis 2016 ist die Steuerlast in Österreich um 86,7 Prozent gestiegen!! Daher ist es kein Wunder, dass der überbordende Sozialstaat es seinen BürgerInnen kaum mehr ermöglicht, Vermögen zu bilden. Darüber zu jammern und wieder nach Gerechtigkeit zu rufen, ist der falsche Weg. Niedrigere Steuerabgaben und ein abgespeckter Verwöhn-Staat wären die Voraussetzungen, damit es wieder zu einem Vermögensaufbau kommen kann. Österreich hat ein Ausgaben- und kein Einnahmenproblem.

Man könnte viel Geld sparen, wenn man immer wieder hinterfragen würde, ob es wirklich für jedes Ungemach einer Anlassgesetzgebung bedarf. Denn Ungemach ist nicht mit Ungerechtigkeit gleichzusetzen. Als oberstes Prinzip sollte stets die Selbstbestimmtheit und Würde des Menschen im Mittelpunkt stehen. Nur dann ist das Gemeinwohl auch in richtiger Balance.

25. Februar 2019 | Nur noch Studenten?

Gastkommentar: Hans Harrer, Vorstandsvorsitzender des Senat der Wirtschaft

Handwerk und Dienstleistung boomen. Beide suchen händeringend Fachkräfte. Das Paradoxon ist: Viele suchen ja einen Job und finden trotzdem keinen. Was läuft da schief? Heute, wo eine gute Berufsausbildung, laut OECD, auch jedem eine Berufschance eröffnet, ist ein akademischer Abschluss nicht mehr der Weisheit letzter Schluss. Nur viel zu viele wollen trotzdem studieren – auch wenn das für sie gar nicht der richtige Weg ist und sie daher mittendrin scheitern, wie die hohe Studien-Abbruchquote in Österreich eindringlich verdeutlicht. Ein gutes Beispiel: Wer früher eine Assistentin suchte (nicht gendergerecht, ich weiß), bekam Angebote von Maturantinnen oder HAK-Absolventinnen. Wer heute sucht, bekommt nur mehr Bewerbungen von Uniabsolventen. Sind die Anforderungen so gestiegen, dass man heute Vollakademiker dafür benötigt? In manchen Fällen – mag sein, aber nicht immer.

Leider genießt die duale Ausbildung keinerlei Reputation, oder wie man heute so schön sagt: dem wurde nie ein adäquates Branding verpasst. Allerdings, und auch das muss gesagt werden, passen viele Unternehmen und Jobsuchende nicht zusammen. Entweder ist das passende Angebot am falschen Ort oder die schulischen Leistungen entsprechen nicht den heutigen Anforderungen. Nur wie lässt sich diese Inbalance beheben? Jeder ist gefordert. Unternehmen müssen ihr Angebot für die heutige Generation attraktiver machen, denn die Generationen Y und Z ticken anders als die Babyboomer. Sie wollen Arbeit und Freizeit ausbalanciert wissen, Weiterbildungsperspektiven und eine adäquate Ausbildungsvergütung in Aussicht gestellt bekommen. Und die Politik sollte nicht an einer überbewerteten Akademikerquote festhalten, sondern der dualen Ausbildung ebenso großes Augenmerk schenken. Die berufliche Ausbildung muss von der Politik und Gesellschaft endlich wieder wertgeschätzt werden. Denn wer will nicht die Dienste eines fachlich gut ausgebildeten Kellners, Kochs, Installateurs oder Tischlers etc. in Anspruch nehmen? Nicht umsonst heißt es: auch Handwerk hat goldenen Boden. Wenn es so weitergeht, werden wir aber bald Gold bezahlen müssen, um Fachkräfte oder überhaupt nur Laien zu bekommen!

Das AMS, so wurde angekündigt, will 2019 evaluieren, welche IT-Qualifikationen in der Arbeitswelt gefordert sind, um den Fachkräftemangel durch Schulungen entgegenzuwirken. Also wer erst jetzt darauf kommt, dass es diesen Mangel gibt, ein Jahr Erhebungen betreibt, um dann ein Zukunftskonzept zu entwickeln, wird wieder um Jahre zu spät dran sein. Was benötigt wird, ist längst von Unternehmen breit kommuniziert worden. Um fehlende MINT-Fachkräfte zu gewinnen, bedarf es auch attraktiver Pakete, die bereits in den Schulen an die zukünftigen Mitarbeiter herangetragen werden, um diese rechtzeitig vor ihrer Berufswahl dafür zu begeistern. Wer allerdings das aktuelle Berufsschulsystem nicht in allen Belangen den modernen Anforderungen anpasst, den flexiblen Arbeitszeitmodellen ständig einen Stein vor die Füße wirft und nur in der Akademisierung aller Menschen das Heil sucht, wird die Probleme am Arbeitsmarkt auch in Zukunft nicht beheben können.